Vorbemerkung

Das vorliegende Dokument dient als Arbeitshilfe für Wissenschaftler:innen, die ein Datenschutzkonzept für Forschungsvorhaben erstellen möchten, in deren Rahmen Daten sozialer Medien erhoben, verarbeitet oder analysiert werden.

Die Vorlage entstand im Zusammenhang mit den Forschungsaktivitäten des Projekts SPARTA – Social Media Analysis for Everyone (dtec.bw) und wurde auf Grundlage praktischer Erfahrungen bei der Konzeption, Durchführung und datenschutzrechtlichen Dokumentation von Forschungsprojekten im Bereich der Social-Media-Forschung erstellt.

Wir standen zu Beginn unseres eigenen Forschungsprojekts vor denselben Herausforderungen, mit denen viele Forscher:innen bei der Arbeit mit Social-Media-Daten konfrontiert sind: Als Wissenschaftler:innen ist es uns ein zentrales Anliegen, verantwortungsvoll, transparent und datenschutzkonform mit Daten umzugehen. Gerade bei der Verarbeitung potenziell personenbezogener und -beziehbarer Informationen sehen wir eine besondere Verantwortung gegenüber den betroffenen Personen, den wissenschaftlichen Standards unseres Fachs und den rechtlichen Rahmenbedingungen der Forschung. Gleichzeitig fiel es uns zu Projektbeginn schwer einzuschätzen, welche Informationen ein umfangreiches Datenschutzkonzept enthalten sollte, welche Anforderungen tatsächlich relevant sind und wie diese nachvollziehbar dokumentiert werden können.

Ziel dieses Dokuments ist es daher, Forscher:innen eine strukturierte Orientierung bei der Erstellung eines konkreten, projektspezifischen Datenschutzkonzepts zu bieten. Die Vorlage bündelt nach bestem Wissen der Autor:innen zentrale datenschutzrechtliche, organisatorische und technische Aspekte, die bei Forschungsvorhaben mit Social-Media-Daten relevant sind. Sie soll die systematische Dokumentation von Datenverarbeitungsprozessen unterstützen und die Kommunikation mit Datenschutzbeauftragten, Rechtsabteilungen, Ethikkommissionen sowie weiteren zuständigen Stellen erleichtern.

Dieses Dokument soll Forscher:innen eine Arbeitserleichterung für die Erstellung einer ersten Fassung eines umfassenden Datenschutzkonzeptes sein. Fußend darauf – so hoffen wir – haben Forscher:innen eine fundierte Entwurfsfassung für bspw. weitergehende Diskussionen oder Freigaben durch institutionelle Datenschutzbeauftrage und Organisationen, die Forscher:innen Datenzugang zu Social-Media-Daten ermöglichen. Dieses Dokument stellt ausdrücklich keine Rechtsberatung dar. Die Autor:innen sind keine Jurist:innen. Trotz sorgfältiger Erstellung wird keine Gewähr für die rechtliche Richtigkeit, Vollständigkeit, Aktualität oder Anwendbarkeit der enthaltenen Inhalte auf einen konkreten Einzelfall übernommen.

Die Verantwortung für die rechtliche Zulässigkeit der Datenverarbeitung sowie für die Korrektheit, Vollständigkeit und einrichtungsspezifische Angemessenheit eines auf Grundlage dieser Vorlage erstellten Datenschutzkonzepts liegt ausschließlich bei der jeweils verantwortlichen Forschungseinrichtung, Projektleitung und den beteiligten Wissenschaftler:innen. Es wird dringend empfohlen, jedes ausgefüllte Datenschutzkonzept vor seiner Umsetzung, Einreichung oder Veröffentlichung durch die zuständigen Datenschutzbeauftragten, die interne Rechtsabteilung sowie die für Informationssicherheit oder IT-Sicherheit verantwortlichen Stellen der jeweiligen Einrichtung prüfen zu lassen.

Die rechtlichen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen wissenschaftlicher Forschung können je nach Forschungseinrichtung, Forschungsgegenstand, Datenquellen, eingesetzten Technologien und nationalem Rechtsrahmen erheblich variieren. Daher muss diese Vorlage stets an die konkreten Gegebenheiten des jeweiligen Forschungsvorhabens angepasst und eigenständig geprüft werden.

Jasmin Riedl, Wiebke Drews, Johannes Steup

Neubiberg, Juni 2026