4. Schlussfolgerung

Die vorliegende Handreichung zeigt, dass die digitale Langzeitarchivierung weit über die reine Sicherung von Dateien hinausgeht. Für die nachhaltige Reproduzierbarkeit von Meißner Porzellanfiguren müssen Geometrie, Farbigkeit, Materialdaten, Herstellungsprozesse und Kontextinformationen gemeinsam bewahrt werden. Nur so lässt sich ein vollständiges digitales Replikationsökosystem sichern, das auch künftigen Generationen die originalgetreue Wiederherstellung ermöglicht.

Die beschriebenen Verfahren – von der Erfassung signifikanter Eigenschaften und der Formatauswahl über die Erfassung strukturierter Metadaten bis hin zur Validierung bei der Übernahme in das Archiv – bilden hierfür ein belastbares Fundament. Sie verdeutlichen, dass Erhaltungsplanung als kontinuierlicher, institutionell verankerter Prozess verstanden werden muss, der Datenintegrität, Nachnutzbarkeit und handwerkliches Wissen gleichermaßen schützt.

Damit wird deutlich: Digitale Erhaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt. Sie gelingt nur, wenn Restaurator:innen, Archivar:innen, IT-Fachkräfte und Hersteller:innen ihre Expertise bündeln und institutionell abgestimmte Workflows etablieren. Die Handreichung zeigt, wie solche Verfahren konkret aussehen können – und dass sie von Anfang an so gestaltet sein müssen, dass auch künftige Generationen von Fachleuten sie anwenden und weiterentwickeln können.