Seit 2022 organisiert der Arbeitskreis Social Media-Daten die Reihe Social Media-Daten in der Forschungspraxis: Show & Tell , in der Forschende ihre laufenden oder bereits abgeschlossenen Projekte vorstellen, methodische Entscheidungen transparent machen und gemeinsam über technische, rechtliche und ethische Herausforderungen in diesem Forschungsfeld diskutieren. Die Reihe wird als gemeinsame Initiative von der Cultural Research Data Academy (CRDA) von NFDI4Culture, BERD@NFDI , KonsortSWD und Text+ organisiert. Die folgenden Überlegungen schließen an drei Sessions an, die 2025 dem thematischen Schwerpunkt Rechtsextremismus und Demokratie gewidmet waren.
Neben den Projektvorstellungen und der abschließenden strukturierten Diskussion über zentrale Herausforderungen der Social-Media-Forschung wurden in diesen drei Session stets die gleichen sieben Fragen an die Forschenden gestellt: Fragen des Datenzugangs und der Plattformpolitik, technische und methodische Grenzen der Erhebung, rechtliche und ethische Spannungsfelder, Dokumentations- und Metadatenanforderungen, Fragen der Reproduzierbarkeit sowie der nachhaltigen Bereitstellung und Nachnutzung. Die Fragen wurden in der AG Social Media-Daten entwickelt, um projektgebundene Präsentationen systematisch mit übergreifenden, objektunabhängigen Aspekten der Social-Media-Forschung zu verknüpfen.
Die folgenden Überlegungen bündeln die in den drei Sessions formulierten Antworten und machen sichtbar, welche institutionellen und infrastrukturellen Herausforderungen sowie zentralen Desiderate 2025 die datengestützte Social-Media-Forschung in Deutschland prägen. Das Dokument ist damit eine Bestandsaufnahme und zugleich ein Wegweiser für die Weiterentwicklung der Social-Media-Forschung. Es benennt zentrale strukturelle Schwachstellen und verdeutlicht, wie dringlich verbesserte Schutzmechanismen für Forschende in diesem volatilen und thematisch sensiblen Feld sind – insbesondere dort, wo Arbeiten zu Rechtsextremismus besondere Exponiertheit und Vulnerabilität erzeugen. Zugleich zeigt es auf, in welchen Bereichen infrastrukturelle und organisatorische Rahmenbedingungen künftig effektiver und nachhaltiger gestaltet werden müssen.