Im Rahmen der FlexFunds-Förderung wurde die Open-Source-Software TIMAAT (Time-based IMage Area Annotation Tool) weiterentwickelt, um sie gezielt für die Analyse audiovisueller Social Media-Inhalte nutzbar zu machen. Plattformvideos zirkulieren häufig nicht als Einzelobjekte, sondern in Form vernetzter Meme-Komplexe, die durch wiederkehrende Sounds sowie komplexe Bezüge zwischen Bild- und Tonebene strukturiert sind. Diese relationalen und multimodalen Eigenschaften stellen die qualitative Forschung vor spezifische methodische Herausforderungen, die durch die Erweiterung der Software adressiert wurden.
TIMAAT wurde ursprünglich 2017–2022 von bitGilde IT Solutions in Zusammenarbeit mit der Universität Mainz entwickelt und bietet eine browserbasierte, kollaborative Umgebung zur Verwaltung und visuellen Annotation von Videos.
Ausgangspunkt des Vorhabens war die Erweiterung dieses bestehenden Systems um zentrale Anforderungen der Social Media-Forschung, insbesondere im Bereich der Audioanalyse, der Verschränkung von Ton- und Bildannotation sowie der Gruppierung miteinander verbundener Datensätze.
Die Entwicklung erfolgte in enger Zusammenarbeit zwischen den Forschungsprojekten von Dr. Verena Straub an der TU Dresden und Prof. Dr. Christoph Günther an der Universität Erfurt, begleitet durch Prof. Dr. Jens-Martin Loebel (Hochschule Magdeburg-Stendal) in beratender Funktion.
Die im Antrag formulierten Arbeitspakete wurden vollständig umgesetzt und in TIMAAT integriert. Die Software wurde damit erfolgreich für den Einsatz in der audiovisuellen Social Media-Forschung erweitert.
AP 1: Erweiterung der Funktionalität im Bereich Audio Zur Analyse von Sounds als zentralem Strukturmerkmal vieler Video-Trends wurden folgende Funktionen implementiert:
AP 2: Verschränkung von (Bewegt)Bild- und Audioanalyse Für die wissenschaftliche Erfassung von Beziehungen zwischen Ton- und Bildebene wurden umgesetzt:
AP 3: Gruppierung und Visualisierung vernetzter Daten Für die Analyse von Meme-komplexen wurden neue Gruppierungs- und Übersichtsformate ergänzt:
Die Umsetzung von Arbeitspaket 3 wurde zusätzlich durch Mittel von Prof. Dr. Christoph Günther (Universität Erfurt) kofinanziert. Die weiterentwickelte Version von TIMAAT ist weiterhin als Open-Source-Software verfügbar: https://github.com/bitgilde/TIMAAT
Auf Grundlage der erfolgreich abgeschlossenen Erweiterungen sind weitere Entwicklungsschritte vorgesehen, um TIMAAT langfristig an neue Forschungsanforderungen anzupassen. Geplant sind insbesondere:
Verena Straub, Christoph Günther, Jens-Martin Loebel